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TU Berlin

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Interview mit Katja Wundermann, Fachleiterin für Informatik an der Käthe-Kollwitz-Oberschule

Katja Wundermann, Käthe-Kollwitz-Oberschule
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Es war der Wunsch nach kontinuierlicher Zusammenarbeit, der zum Kooperationsvertrag zwischen GET-IT! und der Käthe-Kollwitz-Oberschule führte. Seit knapp drei Jahren nehmen Schülerinnen die Angebote von GET-IT! wahr. Aktuell stehen AGs, Vorträge der Schülerinnen-Uni und Teilnahme an Wettbewerben wie dem  „RoboCup Junior“ auf dem Programm.
Katja Wundermann, Fachleiterin für Informatik, kümmert sich intensiv um die Realisierung und Weiterentwicklung der AG Sensortechnik. Im Interview erklärt sie, was die GET-IT!- Angebote auszeichnet, welche Wirkung sie haben und wie die Zusammenarbeit zwischen Schülerinnen und Studentinnen funktioniert.

GET-IT!: An Ihrer Schule finden neben der Schülerinnen-Uni zurzeit auch AGs zu den Themen „Miefampel“ „StopMotion Filme“ und „Haushaltsroboter“ statt. Wie zufrieden sind Sie mit den Angeboten von „GET-IT!“ und was zeichnet sie Ihrer Meinung nach besonders aus?

Katja Wundermann: In der AG „Haushaltsroboter“ bauen und programmieren Schülerinnen der Jahrgänge 6 bis 8 Robotertiere. Sie haben viel Freude an diesem Thema und lösen die dabei auftretenden Problemstellungen sehr motiviert. Damit schafft dieses Projekt eine Situation, die im momentanen Unterrichtskanon von Berlin nicht vorgesehen ist: Schülerinnen erhalten direkt im Anschluss an die Grundschule einen Einblick in die Anforderungen der Informatik und Technik.

GET-IT!: Sie engagieren sich besonders für die AG zum Thema Sensortechnik. Was lernen die Schülerinnen konkret in dieser AG?

Katja Wundermann: Die AG „Miefampel“ findet momentan als Ergänzung des Wahlpflichtunterrichts im Jahrgang 9 statt. Die Schülerinnen erlernen in diesem Workshop die Programmierung eines Sensorknotens, der die Luftqualität in einem Unterrichtsraum überwacht. Eine Besonderheit dieses Workshops ist der Umgang mit einer realen Programmierumgebung bevor wir den Stoff im Unterricht behandeln. Diese Vorgehensweise des „Learning by doing“ fördert das Selbstvertrauen, sich auf neue Herausforderungen einzulassen. Zusätzlich bereichern die Schülerinnen den Informatikunterricht durch das Formulieren von Parallelen zwischen den verschiedenen Systemen. Die Motivation steigert sich mit den im Unterricht gestellten Aufgaben merklich. Ein weiteres Merkmal der AG ist die Verwendung einer Platine als ausführende Plattform. Dieser Bezug zur Elektrotechnik ergänzt den herkömmlichen Informatikunterrichts in besonderer Weise.

GET-IT!: Welche Weiterentwicklungen könnten Sie sich für die AGs vorstellen?

Katja Wundermann: Dazu erscheinen mir zwei Aspekte sinnvoll. Zum einen sollte die Auseinandersetzung mit dem Thema Robotik und Sensorik vertieft werden. Hierzu sehe ich ansprechende Anwendungen in den Wettbewerben „First Lego League“ und „RoboCup Junior“. Die Betreuung der Schülerinnen in Vorbereitung auf diese Wettbewerbe könnte dazu beitragen, die dort entwickelten Ansätze positiv zu verstärken. Zum Beispiel werden durch den Wettbewerb „RobCup-Dancing“ gezielt künstlerische Ambitionen angesprochen, die intensive Auseinandersetzungen mit Bewegungsabläufen selbstverständlich werden lassen.
Der zweite Aspekt betrifft die Jungen. Selbstverständlich gibt es immer noch deutlich weniger Mädchen in den IT-Fächern als Jungen. Wer sich aber auf die Förderung der Mädchen beschränkt, vernachlässigt den Mangel an Fachkräften im IT-Bereich insgesamt. Und die vorher genannten Vorteile der frühen Förderung beziehen sich ebenso auf die Schüler.

GET-IT!: Welchen Einfluss haben die Angebote auf das Lernverhalten Ihrer Schülerinnen? Wie beeinflussen die Angebote Ihren Unterricht?

Katja Wundermann: Wie ich schon angedeutet habe, erlebe ich einen Zuwachs an Selbstvertrauen bei der Auseinandersetzung mit Problemen am Rechner. Außerdem beziehen die Schülerinnen ihre Erfahrungen direkt auf den aktuellen Unterricht und bereichern ihn damit.

GET-IT!: Könnte man sagen, dass Sie damit einen Abbau möglicher Bedenken oder gar Ängste vor technischen oder naturwissenschaftlichen Fächern beobachten?

Katja Wundermann:
Ich denke, ja. Untersuchungen zeigen, dass sich Grundschüler sehr begeistert mit komplexen naturwissenschaftlichen Phänomenen auseinandersetzen. Die genannten Ängste oder Hemmschwellen sind in diesem Alter offensichtlich noch nicht vorhanden. Die Freude und positive Selbstwahrnehmung bei dem Umgang mit Robotern fördert einen selbstverständlichen Zugang zu technischen oder naturwissenschaftlichen Fächern.

GET-IT!: Könnten Sie sich vorstellen, das Projekt in Zusammenarbeit mit GET-IT! und der TU Berlin auszuweiten?

Katja Wundermann: Auf jeden Fall. Gemeinsam mit unserer GET-IT!-Tutorin Olga Kareva plane ich die Teilnahme am „RoboCup Junior“. Ich sehe auch eine Bereicherung in den Referentinnen der Workshops, die schon vom Alter her viel „näher“ an den Schülerinnen sind. Diese Ebene der Zusammenarbeit zwischen Studentin und Schülerin schafft Gelegenheiten über berufliche Perspektiven nachzudenken.

Die Fragen stellte Cathrin Becker, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Fakultät IV der TU Berlin.


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